Vereinschronik

Im kleinen Ort Aufham, der bis 1978 mit den Ortschaften Güntersdorf, Dietersdorf, Ampertshausen, Preinersdorf und Loipersdorf eine eigene Gemeinde bildete, entstand aus ganz kleinen Anfängen kurz vor der Jahrhundertwende um 1895 der Schützenverein JUNG ROLAND AUFHAM.

Von den kleinen Anfängen zur Jahrhundertwende sind uns einige Schriftstücke übergeben worden. So zum Beispiel von der Wirts Zenzl, die uns ihre Erinnerungen aus diesen frühen Tagen des Vereinslebens hinterlassen hat. Auch Josef Gremminger sen. berichtete uns, dass sein Großvater, der Jahrgang 1875 war, regelmäßig zum Wirt nach Aufham zum Schießen gegangen ist. Sein Zuhause, das für einen Verein eines der wichtigsten Dinge ist, fanden die Schützen in der damaligen Dorfwirtschaft der Familie Weiß, in deren Räume übrigens der Verein auch jetzt noch seine Heimat hat.

Mit dem Beginn des 1. Weltkrieges, so schreibt uns die Wirts Zenzl, kam das Vereinsleben, das in schönster Blüte stand, zum Erliegen. Die wehrfähigen Männer mussten an die Front und viele der Mitglieder kehrten nicht mehr heim. Diejenigen, die zurückkehrten, hatten verständlicher Weise, wie uns Leonhard Feiner berichtete, vom Schießen genug. In diesen Nachkriegsjahren bestand der Verein nicht mehr.

Doch ein anderer Verein wurde 1930 gegründet, nämlich der Burschenverein. Dieser konnte schon 1931 seine Fahnenweihe abhalten; diese Fahne ging den Schützen – die sie mit Stolz und Achtung in Ehren hielten – lange Jahre bei verschiedenen Anlässen voran. Doch ganz kam das Schützenwesen auch in der Zeit zwischen den beiden großen Kriegen nicht zum Stillstand. Einige, so wird berichtet, übten fleißig weiter, aber es war kein organisierter Schützenverein. Zu dieser Zeit wurde viel Theater gespielt in Aufham. Dann kam die Nazizeit mit ihrem ganzen Leid über die Dörfer und Städte, die Männer wurden zur Wehrmacht eingezogen. Doch auch diese schlimme Zeit wurde überstanden und so kam wieder ein Vereinsleben zustande, zuerst von 1945 bis 1950 mit dem Theaterspielen unter der Leitung des damaligen Dorflehrers, Herrn Lehr. Und schon in den Jahren 1949/50 wurde der heutige Verein mit dem Namen „JUNG ROLAND“ gegründet.

Es kann nur spekuliert werden, wie es zu dem Namen Jung Roland kam. Ritter Roland war ein Gefolgsmann Karls des Großen. Vielleicht war es seine Tapferkeit, Mut und Treue, die zur Namensgebung inspirierte. Jedenfalls zeigt das Wappen des Schützenvereins die Szene, als Roland der Sage nach versucht, sein Schwert an einem Felsen zu zerschlagen, damit es dem Feind nicht in die Hände fällt.

Aus diesen ganz kleinen Anfängen um 1950 und einem Schießstand in der Wirtsstube (geschossen wurde im Nebenzimmer mit dem Zimmerstutzen) entwickelte sich rasch ein geselliger Verein. Schon 1950 wurde eine Königskette gekauft, an die der jeweilige Schützenkönig einen Taler anbringen ließ, was damals bestimmt auch finanziell gar nicht so leicht war.

Nachdem der Verein in den 60er und 70er Jahren zu einer stattlichen Größe herangewachsen war und der Schießbetrieb mit nur einem Stand in der Gaststube nicht mehr ausreichte, wurde auf dem Tanzboden ein Schießstand mit anfänglich zwei Schießbahnen errichtet, der nach und nach bis auf acht handbetriebene Scheibenzuganlagen ausgebaut wurde.

In der Zeit von etwa 1960 und 1980, als viele Fahnenweihen und Gründungsfeste stattfanden, bei denen immer Schützen aus unserem Verein mit der Burschenfahne vertreten waren, wurde auch bei den Aufhamern der Ruf nach einer eigenen Schützenfahne, anfangs noch zaghaft ob der vielen Arbeit, später dann doch immer lauter. Und so fand die Fahnenweihe schließlich von 23. bis 25. Juli 1982 statt. Nach viel Vorbereitung im Verein und in der Ortschaft wurde dieses Fest mit über 60 anwesenden Vereinen zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Bevölkerung.

Im Jahr 1995 feierten die Jung Roland Schützen das 100-jährige Bestehen in gemütlichem Rahmen zusammen mit dem Gauschützenmeisteramt, dem Patenverein „Siegfried“ aus Nörting und den Vereinen aus der Gemeinde Schweitenkirchen.

In gesellschaftlicher Hinsicht war und ist der Verein aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken. In den 60er Jahren erlangten die Waldfeste legendären Ruf. Aber auch die Faschings- und Schützenbälle bis in die 90er Jahre waren sehr beliebt. Insbesondere das jährlich stattfindende Dorffest lädt auch heute noch alle Einwohner/Innen, auch aus der Umgebung, zum Zusammenkommen ein.

Dass auch der Schießsport selbst bei den Jung Roland Schützen mit Freude und Ehrgeiz betrieben wurde und wird, bezeugen viele schöne Erfolge auf Meisterschaften oder in den Rundenwettkämpfen des Gaues Freising zu dem unser Verein seit 1956 nach der Auflösung des Gaues Pfaffenhofen gehört. Im Rahmen der Rundenwettkämpfe konnte sich die 1. Mannschaft in den Jahren 1985 – 1986 und von 2014 – 2016 bis in die Bezirksliga Oberbayern empor kämpfen.

Aktuell beteiligen sich vier Luftgewehrmannschaften sowie zwei Luftpistolenmannschaft an den Rundenwettkämpfen im Schützengau. Die Mitgliederzahl ist stetig angewachsen, mittlerweile gehören 230 Schützinnen und Schützen dem Verein an. Besonders erfreulich ist, dass sich der Mitgliederzuwachs auch auf den Schüler- und Jugendbereich erstreckt.